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Lichtplanung für Büroräume: Raum- oder arbeitsplatzbezogen?

By 3. September 2025No Comments3 min Lesezeit

Für die Planung von Büros mit mehreren Schreibtischen ergibt sich zu Beginn die Grundsatzfrage, ob eine raumbezogene oder arbeitsplatzbezogene (zonierte) Beleuchtung geplant werden soll. In diesem Beitrag gehe ich auf die jeweiligen Eigenschaften sowie den Vor- und Nachteilen der beiden Möglichkeiten ein.

Was ist eine raumbezogene Beleuchtungsanordnung im Büro?

Die Anordnung der Leuchten ist, wie der Name sagt, raumbezogen. Es wird kein Unterschied in der Leuchtenpositionierung zwischen den Schreibtischen, dem Gang-Bereich und eventuellen Besprechungszonen oder Wandflächen gemacht.

Die geforderten 500 Lux werden flächig im Büro angewendet, da die Leuchten im Raster nach Raumgeometrie positioniert werden.

Hier werden meist Ein- oder Aufbauleuchten verwendet.

Vorteile
  • Schnell und einfach zu planen
  • Unkomplizierte Montage durch einfache Positionierung
  • Wenn Tische etc. umpositioniert werden, muss auf die Beleuchtung nicht eingegriffen werden
  • Tendenziell kostengünstigere Variante (LED-Panels…)
Nachteile
  • Keine Anpassung an individuelle Bedürfnisse der Nutzer möglich
  • Ermüdende Wirkung durch kontrastarmen Raumeindruck
  • Energetischer Bedarf erhöht, da keine Zonierung vorgenommen wird (im Gangbereich wird beispielsweise weniger Beleuchtungsstärke benötigt)
  • Kein Zonierung von Bereichen wie Arbeitsplatz, Besprechung, Lounges, Think-Tanks, Kommunikationszonen etc.

Was ist eine arbeitsplatzbezogenen / zonierte Beleuchtungsanordnung im Büro?

Die Anordnung geschieht individuell nach Einrichtung und Nutzung.

Die geforderten Beleuchtungsstärken werden in der jeweiligen Zone erreicht.

Die Beleuchtung differenziert nach Raumbereich in Anordnung und Leistung.

In den Montagearten komplett individuell. Beim Arbeitsplatz z.B. Stehleuchten, Wallwasher-Einbauspots für vertikale Flächen, Design-Pendelleuchte für Lounges.

Vorteile
  • Individuelle Planung ermöglicht eine maßgeschneiderte Beleuchtung, abgestimmt auf Nutzer und Raum
  • Hohe Aufenhaltsqualität durch angenehmes Lichtbild und Kontrasten bei Blick in den Raum (unter Berücksichtigung der geforderten Umgebungsbeleuchtungsstärke)
  • Die Zonierung schafft Kosteneffizienz
  • Schaffung spannender Räume mit natürlichen Kontrastverhältnissen
Nachteile
  • Planungsintensiver
  • Bei Umnutzung des Raums oder Änderung der Möbellierung evtl. Eingriff in die Beleuchtung notwendig

Fazit

Welche Art der Lichtplanung angewendet wird, ist stark vom jeweiligen Büroprojekt und der Möbelierung abhängig. Man sollte dem Nutzer / der Nutzerin bzw. dem Bauherren beide Varianten eingehens erläutern.

Die Arbeitswelt ist im Wandel. Moderne und urbane Bürokonzepte sollen dazu beitragen, neue Mitarbeitende zu gewinnen, die Büroarbeit hinsichtlich Effizienz und Leistungsbereitschaft zu verbessern und die Firmenkultur greifbar zu machen. Die Menschen sollen gerne ins Büro kommen.

Die Innenarchitektur und Büroausstattung leisten einen Baustein. Die Beleuchtung einen weiterer. Ausgeklügelte Office-Konzepte verdienen es, individuell beleuchtet zu werden. Und dafür eignet sich eine arbeitsplatzbezogene bzw. zonierte Lichtplanung.

arbeitsplatzbezogene (zonierte) Bürobeleuchtung

raumbezogene Bürobeleuchtung

Bildrechte: ERCO Leuchten